Ein 77 Meter großes Malvengewächs oder den Kakao-, Affenbrot- und  Florettseidenbaum, die Baumwolle, den Gemüseeibisch oder die Stockmalve und viele mehr zeige ich von dieser Familie. Viele der über 4000 Arten werden in der Medizin, der Industrie oder zu Tees genutzt. In Parks, Gärten und Räume sind diese wunderschönen Pflanzen sehr beliebt. Links ein Ceiba pendandra, auch ein Malvengewächs. Das „Gewächs“ findet man in Freetown, Sierra Leone, auf der Kreuzung crossing of Siaka Stevens Street, Pademba Road, Independence Avenue and Walpole Street. Diese Malvacea ist 77 Meter hoch und wohl über 500 Jahre alt, also doppelt so alt wie Freetown selbst.

Ich möchte hier nur die nachfolgenden 10 Gattungen von über 200  besprechen: In der Gattung der Malven  und des Hibiskus werden je 3 Arten beschrieben.

  • Malven
    • Rosenmalve

auch Malva alcea genannt wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 125 Zentimetern erreicht. Die Rosen-Malve blüht vom Juni bis in den Herbst. Die Blüten sind bei einem Durchmesser von 4 bis 7 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf tief ausgerandeten Kronblätter sind rosafarben bis hell purpurviolett, selten weiß, und 20 bis 35 Millimeter lang. Die vielen Staubblätter sind – typisch für alle Malven – zu einer etwa 1 Zentimeter langen, den Stempel umgebenden Röhre verwachsen.

Die Malve gehört in Südeuropa zu den ältesten Nutzpflanzen und wurde schon im 8. Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Unter den Phytogoreern galt die Malve als heilig und durfte nicht gegessen werden. In den hippokratischen Schriften wird dann die Malve als erweichendes Mittel erwähnt und wurde nicht nur in der Medizin eingesetzt (wie noch jetzt), sondern auch als Gemüse verzehrt.

 

Halsschmerzen:

Die Blätter sind demulcent, das bedeutet, sie können auch lindernd als Mundwasser für entzündliche und katarrhalische Zustände verwendet werden.

 

Einreibung:

Wenn man die frischen Blätter zerkleinert, erhält man einen schleimigen Saft, der direkt auf die befallenen (entzündeten) Hautstellen, verursacht durch einen Insektenstich, aufgetragen wird.

 

Badezusatz:

In das Badewasser gibt man eine Hand voll Salz und 2 Hände voll frischer Blüten. Wenn sich das Wasser verfärbt und angenehm duftet hat man ein herrliches Entspannungsbad.

 

Küche:

Blätter können roh oder gekocht verzehrt werden und haben einen milden, angenehmen Geschmack. Die Blätter sind schleimig und ziemlich langweilig. Sie eignen sich sehr gut für einen Zusatz zum Salat. Auch die wunderschönen
Blüten können solo oder im Salat roh gegessen. Sie sind immer eine sehr dekorative Ergänzung in der Salatschüssel, haben einen milden Geschmack und eine Textur ähnlich den Blättern. Wie die Blüten kann auch der Samen roh gegessen werden. Der noch nicht voll ausgereifte Samen hat einen angenehmen nussigen Geschmack, aber es ist eher klein und kniffelig zu ernten.

 

 

Industrie-Nutzen:

Aus den Fasern, die aus dem Stamm gewonnen werden, können Seile und Taue hergestellt werden.

Creme, aus Malvenextrakten hergestellt (z. B. bei der schweizer Firma Just), ist beliebt bei der täglichen Gesichtshautpflege. Sie hat eine beruhigende und feuchtigkeitsspendende Wirkung. Vor etwa 150 Jahren hat man Malven zum Färben von Wein (Rotwein) genommen. Die Malve wird auch zur Herstellung natürlicher Farbstoffe verwendet. Die Blüten geben einen gelben Farbton. Aus dem Samen, welcher 15% Öl enthält, werden cremefarbene, gelbe und grüne Farbstoffe extrahiert. In der Lebensmittelindustrie nutzt man die Blüten heutzutage zum Färben.

Spricht man heute von der Malve bzw. der Echten Malve, wird entweder die wilde Malve (Malva sylvestris) oder die Weg-Malve (Malva neglecta) gemeint.

 

 

  • Wegmalven

Die Weg-Malve (Malva neglecta) gehört zur Unterfamilie der Malvoideae innerhalb der Familie der   Malvengewächse (Malvaceae) und wird auch Feld-Malve, Gemeine Malve, Gänse-Malve, Gänsepappel, Hasenpappel, Käsepappel,Käslikraut, Rosspappel, oder Schwellkraut genannt. In Notzeiten wurde diese Pflanzenart als Gemüse und Mehllieferant verwendet, auch gelegentlich als Heilkraut.

 

 

Die Bestäubung erfolgt durch Selbst- oder Insektenbestäubung mit Bienen oder Fliegen. Die Diasporen werden mit dem Wind oder als Kletten verbreitet. Von der Wegmalve ernähren sich Rostpilze und Raupen mancher Schmetterlingen. Die Weg-
Malve gedeiht am besten auf nicht zu trockenen Böden.  Da sie stickstoffliebend ist, wächst sie gern in Stallnähe und bei Komposthaufen. Sie verträgt weder Salz noch Schwermetalle. Die Blätter der Weg-Malve enthalten Vitamin C, die Blüten Tannin. In der Pflanze wurde Octacosan, Alkaloid und Saponin (allgemein) gefunden, sie hat einen gewissen Gehalt an Antioxidantien.

 

Bei der Verwendung in der Küche ist ein möglicher hoher Nitratgehalt, ähnlich wie bei Rucola, zu beachten. In der Küche
eignen sich junge Blätter der Weg-Malve hervorragend als Salatersatz, oder gekocht als Gemüse oder zum Andicken von Suppen, da die Blätter beim Kochen eine schleimige Konsistenz bekommen. Auch die unreifen Samen können roh als Snack oder gekocht verwendet werden, sie haben einen nussigen Geschmack. Die Früchte schmecken ähnlich wie Käse und wurden in Notzeiten zu Mehl verarbeitet. Der Wurzelsud ist als Eiweißersatz verwendbar. In Pakistan wird die Pflanze für das Gericht namens ‚panerak‘ benötigt.

 

 

 

  • Wilde Malve

Sowohl die wilde Malve (Malva sylvestris) als auch die Weg-Malve (Malva neglecta) zählen zur Gattung der Echten Malven (Malva), die zwischen 20 und 30 Arten umfasst. In Deutschland wird häufiger auch die Moschusmalve (Malva moschata) und gelegentlich die kleinblütige Malve (Malva pusilla) angetroffen, die jedoch deutlich kleiner werden und für eine Nutzung als Heilkraut kaum in Frage kommen.

Auch wenn die Malve als Küchenkraut nur wenigen bekannt sein dürfte, ist sie dennoch essbar und nutzbar. In früheren Zeiten wurden junge Malvenblätter u.a. in Salaten verarbeitet. In einigen südeuropäischen Ländern, z.B. Spanien oder Italien werden Malvenblätter jedoch auch mitgekocht oder sogar mit angebraten.

 

Die hauptsächliche Anwendung der Malve liegt in der Behandlung von Erkältungsbeschwerden sowie bei Entzündungen im Rachen- und Mundraum. Es sind vor allem die in der Malve enthaltenden Schleimstoffe, die die Heilwirkung des Krauts ausmachen. Die Malve hat folgende Wirkungen auf unseren Organismus: reizlindernd, schleimhautschützend, antibakteriell und  antientzündlich. Interessant ist vor allem die antibakterielle Wirkung der Malve, vor allem da in vielen Fällen nur von den Schleimstoffen die Rede ist. Auf einige Bakterienstämme, u.a. Staphylococcus aureus, Entrococcus faecalis und Erwinia carotovora scheinen Malvenextrakte einiges bewirken zu können. Daher ist der Malven-Blüten-Tee sehr beliebt. Manche Malven-Arten werden aufgrund ihres Aromas in der Industrie vor allem für Kosmetikartikel verwendet.

Aus der violett blühenden Wilden Malve (Malva sylvestris) isolierte Richard Willstätter 1915 erstmals den Anthocyan-Farbstoff Malvidin, das darin in großen Mengen enthalten ist.

 

Pflanzen mit Anthocyan

Früher wurden hiermit beispielsweise Wein, Likör, Süßspeisen, Lebensmittel und Textilien gefärbt, heute hat es keine Bedeutung mehr. Mit der Pflanze kann man violettblau bis grau färben.

 

Ombrochorie 

Die Ausbreitung der Teilfrüchte einer wilden Malve ist eng an Regenwetter gebunden. Bei Nässe quillt der Kelch aufgrund von Wasseraufnahme regelmäßig auf, öffnet sich und setzt die reife Frucht dem Regen aus. Durch die Kraft der herunterfallenden Regentropfen werden die Teilfrüchte voneinander getrennt und mit dem Wasser verbreite. Man nennt diese Ausbreitung von Pflanzensamen mittels Regentropfen Ombrochorie.

Da auch die Nüsschen bei Nässe aufquellen und hierdurch eine schleimig-klebrige Konsistenz annehmen, können sie auch über Tiere, an deren Fell sie sich heften, verbreitet werden.

Gegessen hat man früher auch die Wurzeln, die zuerst gekocht und dann gebraten wurden. Essbar sind auch die Blüten, und die jungen Blätter können im Salat mitgegessen werden. Die Römer verwendeten die Pflanze als Suppenkraut und zur Füllung von Spanferkeln. Bei Hungersnöten hat man die weiße mohrrübenähnliche Wurzel als Nahrung verwendet.

Eine Tinktur aus Malva sylvestris kann als empfindlicher Säure-Base-Indikator eingesetzt werden; bei Anwesenheit von Alkalien verfärbt sich die Tinktur blau. Auch in der Lebensmittelindustrie werden die Blüten zum Färben diverser Produkte genutzt. Farbstoffe aus den Blüten der Malve ergeben bei alaungebeizter Wolle einen Rosenholzton.

Etwas Kurioses: Wollte man die Fruchtbarkeit einer Frau testen, so wurde empfohlen, mit deren Urin die Pflanze zu begießen. Wenn nach drei Tagen keine Anzeichen für Verdorrung erkennbar waren, konnte mit Kindersegen gerechnet werden. Verbreitet war auch der Aberglaube, dass man nach überreichlichem Genuss der Früchte Läuse bekommen würde.

 

Karat oder gramm ?

zufrieden ?

R ü c k e n s c h m e r z e n –> hat –> jeder –> einmal

Anschauen –> JA ————- Berühren –> nein !

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